Telepolis-Analyse: KI im Studium reduziert Synapsenbildung — Copy-and-Paste-Mentalität grassiert
Eine Telepolis-Analyse fasst die wachsende Kritik an KI-Nutzung im Hochschulbereich zusammen. Generationenforscher Hartwin Maas warnt: Die massive Nutzung von ChatGPT reduziere die Synapsenbildung im Gehirn. Soziologie-Studierende lesen keine Bücher mehr, sondern laden nur noch Texte hoch. Eine CHE-Studie zeigt: Der Anteil Studierender, die noch nie KI genutzt haben, liegt im einstelligen Prozentbereich. Die Kluft zwischen KI-Nutzung und KI-Verständnis wächst.
New York City: KI-Playbook für 1'600 Schulen — Notenvergabe per KI verboten
Das grösste Schulsystem der USA hat sein erstes offizielles KI-Regelwerk veröffentlicht. Das «Ampel-Modell» erlaubt Lehrkräften KI für Unterrichtsplanung und Brainstorming (grün), beschränkt Recherche (gelb) und verbietet Notenvergabe und Disziplinarmassnahmen durch KI (rot). Chancellor Samuels betont: «Wir brauchen starke Leitplanken und Datenschutz.» Ein Modell, das auch für Schweizer Kantone interessant sein dürfte.
Bildungsbericht Schweiz 2026: «KI bleibt ein stumpfes Werkzeug in den Händen mittelmässiger Anwender»
Der fünfte Bildungsbericht Schweiz wurde am 23. März von SKBF, Bundespräsident Parmelin und EDK-Präsident Darbellay vorgestellt. Auf 400 Seiten zeigt er: Das Bildungsziel von 95% Sek-II-Abschlüssen wird mit 90,1% verfehlt. Bildungsforscher Stefan Wolter betont, dass KI fachliche Kompetenzen nicht ersetzt, sondern noch wichtiger macht. Gleichzeitig steht das System unter Spar- und Digitalisierungsdruck.
Forsa-Studie: 88% der Lehrkräfte haben kaum KI-Kenntnisse — 78% sehen keine Zeit für Weiterbildung
Eine Forsa-Umfrage im Auftrag der Telekom-Stiftung unter 1'000 Lehrkräften in Deutschland zeigt: 88% geben an, nur wenige oder gar keine Kenntnisse im Umgang mit KI-Regelungen zu haben. 78% halten es für ausgeschlossen, sich neben ihren regulären Aufgaben mit KI-Anwendungen zu beschäftigen. Gleichzeitig nutzen Schüler:innen KI längst routinemässig für Hausaufgaben. Die GEW spricht von einer «allein gelassenen Lehrerschaft».
Phänomena 2026: Wissenschaftsausstellung in Dietikon macht KI und Robotik erlebbar
Nach 42 Jahren ist die legendäre Wissenschaftsausstellung Phänomena als Wanderausstellung zurück — mit Fokus auf KI und Robotik. In Dietikon können Besucher:innen ab 8 Jahren auf 2'000 m² interaktiv erleben, wie KI funktioniert: vom digitalen Zwilling bis zu seilspringenden Robotern. Die Ausstellung verbindet das Motto «Lernen durch Erleben» mit aktuellen Technologiethemen und richtet sich gezielt auch an Schulklassen.
ZHAW-Projekt: KI-Kompetenz beim Deutschlernen — kritische Medienkompetenz für Migrant:innen
Ein Praxisprojekt der ZHAW in Kooperation mit dem SAH Schaffhausen vermittelt schulungewohnten Migrant:innen (16–25 Jahre) in Juma-Kursen den kritisch-reflektierten Umgang mit KI-Tools beim Sprachenlernen. Statt nur Tools vorzustellen, werden Funktionsweise und Grenzen von KI thematisiert. Das Projekt zeigt einen praxisnahen Ansatz für digitale Teilhabe im Integrationsbereich.
Bajour-Debatte: Nehmen Basler Schulen den Umgang mit KI genug ernst?
Ein Bajour-Beitrag aus Basel löst eine breite Debatte aus: Lehrpersonen, Eltern und IT-Fachleute kritisieren, dass KI-Kompetenz nicht im Lehrplan 21 verankert ist — während Schüler:innen auf ihren Schultablets freien Zugang zu Copilot haben. ICT-Lehrpersonen beklagen fehlende Mittel für KI-Infrastruktur. Die zentrale Forderung: Medienkompetenz muss die Grundlage für jede KI-Nutzung sein.
EU-Rat einigt sich auf Position: Hochrisiko-KI-Regeln für Bildung könnten um 16 Monate verschoben werden
Am 13. März 2026 hat der EU-Rat seine Verhandlungsposition zum «Omnibus VII»-Paket beschlossen: Die Anwendung der Hochrisiko-Regeln des AI Acts — auch für KI-Systeme im Bildungsbereich — könnte um bis zu 16 Monate nach hinten verschoben werden. Gleichzeitig sollen KMU-Erleichterungen ausgeweitet und die Befugnisse des AI Office gestärkt werden. Der Trilog mit Parlament und Kommission beginnt in Kürze.
Hamburger Gymnasium baut KI-Curriculum auf: Chatbot «Marie Curie» lehrt Denken statt Mogeln
Am Gymnasium Allee in Hamburg-Altona entwickelt ein Lehrer KI-Chatbots, die nicht Antworten liefern, sondern Schüler:innen zum eigenständigen Denken anleiten. Der Chatbot «Marie Curie» antwortet auf Hausaufgaben-Prompts: «Ich helfe dir — aber ich mache sie nicht für dich.» Die Schule unterscheidet fünf Modi des Lernens mit KI und baut ein durchgängiges Curriculum von Jahrgang 5 bis 12 auf.
Pro Juventute-Studie: Jeder 10. Jugendliche sucht bei Sorgen Hilfe bei ChatGPT
Die neue Jugendstudie von Pro Juventute zeigt: 10% der Schweizer Jugendlichen wenden sich bei psychischen Sorgen an KI wie ChatGPT — ähnlich viele wie an die Notrufnummer 147. Pro Juventute-Direktorin Nicole Platel warnt: «Eine KI kann Empathie nur simulieren. Es besteht die Gefahr, dass man in einer Endlosschleife hängen bleibt.» Besonders junge Frauen sind stärker belastet.
Stadt Zürich lanciert «ZüriA»: Datenschutzkonforme KI-Assistenz auf Open-Source-Basis
Die Stadt Zürich hat mit «ZüriA» eine eigene KI-Assistenz für ihre Mitarbeitenden lanciert. Die Lösung basiert auf Open-Source-Sprachmodellen und verarbeitet alle Daten ausschliesslich innerhalb der städtischen Rechenzentren — auch vertrauliche und streng vertrauliche Informationen. Die KI unterstützt bei Textarbeit, Übersetzungen und Zusammenfassungen. Ein Modell, das auch für Bildungsinstitutionen wegweisend sein könnte.
LockBit-Angriff: Zeugnisse und Gesundheitsdaten von 40+ Schulen im Darknet
LockBit-Kriminelle haben über 2 Terabyte Daten von mehr als 40 Schulen in Rheinland-Pfalz im Darknet veröffentlicht — darunter Zeugnisse, Fehlzeiten und Gesundheitsdaten. Ein Schüler hatte zuvor auf Sicherheitslücken hingewiesen, seine Warnungen wurden ignoriert. Der Fall zeigt die eklatanten Defizite bei der IT-Sicherheit im Schulbereich und wirft Fragen zum Datenschutz auf, die auch für Schweizer Schulen relevant sind.
Analyse: Schule als «Hochrisikozone» — was der EU AI Act für den Unterricht bedeutet
Eine umfassende Analyse von bildungssprache.net zeigt: Ab August 2026 gelten für KI-Systeme im Bildungsbereich strenge Hochrisiko-Anforderungen. Automatische Notenvergabe wird unzulässig, menschliche Aufsicht obligatorisch. Gleichzeitig offenbart ein föderaler Flickenteppich die Ungleichheit: Nur 7% der Schulen verbieten KI noch — aber klare Regeln fehlen fast überall. Private KI-Accounts auf Schulgeräten sind datenschutzrechtlich nicht zulässig.
FHNW lanciert neue Studienrichtung «Data Science & AI for Sports»
Die Hochschule für Informatik FHNW startet ab Herbstsemester 2026 die neue Studienrichtung «Data Science & AI for Sports» in Brugg-Windisch. Studierende erwerben Kompetenzen in Programmierung, Statistik und Machine Learning mit Fokus auf sportbezogene Anwendungen wie Leistungsdiagnostik und Trainingssteuerung. Das flexible Studienmodell ermöglicht die Kombination mit Leistungssport.
DIZH-Projekt «KI-Schule»: Zürcher Lerntool fördert kritische KI-Kompetenz bei Jugendlichen
Ein Projekt der Digitalisierungsinitiative der Zürcher Hochschulen (DIZH) hat das interaktive Lerntool «KI-Schule» entwickelt, das Schüler:innen und Lehrpersonen einen kritisch-reflektierten Umgang mit KI vermittelt. Das Tool wird in Workshops an Schulen eingesetzt und soll langfristig im Unterricht verankert werden. Öffentliche Präsentation an der Scientifica 2026.
Guardian-Recherche: Professoren kämpfen verzweifelt um kritisches Denken im KI-Zeitalter
Eine umfassende Guardian-Recherche zeigt: Dutzende Humanities-Professoren an US-Eliteuniversitäten sehen KI als existenzielle Bedrohung für die Hochschulbildung. Eine Stanford-Professorin berichtet, wie Studierende selbst persönlichste Aufgaben an KI delegieren. Die zentrale Frage wird drängender: Wozu noch studieren, wenn KI eigenständiges Denken ersetzt?
EU Digital Omnibus: Hochrisiko-KI-Regeln für Bildung könnten auf Dezember 2027 verschoben werden
Das «Digital Omnibus»-Paket der EU-Kommission sieht vor, die strengen Regeln für Hochrisiko-KI vom 2. August 2026 auf Dezember 2027 zu verschieben. Betroffen wären auch KI-Systeme zur schulischen Leistungsbewertung und im Hochschulbereich. Gleichzeitig verschärft ein neuer Verhaltenskodex die Transparenzpflichten für KI-generierte Inhalte – finale Fassung erwartet im Juni 2026.
Studie: 90% der Studierenden und Lehrenden nutzen KI-Tools im Hochschulalltag
Das Forschungsprojekt MoKITUL an Thüringer Hochschulen zeigt: 90% der Befragten setzen KI-Werkzeuge ein – Studierende etwas häufiger als Lehrende. Genutzt wird KI vor allem für Recherche, Textverarbeitung und Datenanalyse. Gleichzeitig warnen Studierende vor Abhängigkeit: Einige befürchten, Aufgaben ohne KI-Hilfe nicht mehr lösen zu können.
Learnflow-Analyse: Was die Volksschule leisten muss, wenn KI den Arbeitsmarkt verändert
Der Schweizer Bildungsblog Learnflow analysiert auf Basis der aktuellen Anthropic-Studie, wie KI schrittweise Einstiegstätigkeiten und Routinen in Lehrberufen verändert. Zentrale These: Die Volksschule muss neue Fähigkeiten vermitteln, weil die «Durchlässigkeit» des Schweizer Bildungssystems allein keine Antwort auf die KI-bedingte Dynamik des Arbeitsmarkts ist.
Hessische Hochschulen: KI erlaubt – aber nicht grenzenlos
Nach dem Kasseler Urteil zum KI-Prüfungsausschluss zeigt ein Überblick über Hessens fünf Universitäten: KI ist grundsätzlich erlaubt, aber unter klaren Bedingungen. Die Hochschulen setzen auf Handreichungen und Positionspapiere. KI-Detektionstools gelten als unbrauchbar – stattdessen liegt der Fokus auf der Bewertung der Eigenleistung.