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Alles, was wir seit 2024 zu KI & Bildung kuratiert haben — filterbar nach Monat, Thema, Region und Stufe.

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24 von 143 BeiträgenNeueste zuerst
Juli 202614 Beiträge
ForschungWelt

Wharton-Studie: Verlassen sich Lehrpersonen auf KI, sinkt das Engagement der Klasse

Forschende der Wharton School (University of Pennsylvania) um Alp Sungu und die Bildungspsychologin Angela Duckworth haben in einer privaten Schulkette in der Türkei untersucht, was passiert, wenn Lehrpersonen einen KI-Assistenten erhalten. Beteiligt waren 193 Lehrpersonen und über 2800 Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe. Ergebnis: Klassen, deren Lehrpersonen die KI vor allem zur Erstellung von Notizen, Aufgaben und Prüfungen nutzten, bewerteten den Unterricht als weniger interessant, weniger unterhaltsam und weniger wichtig; bei ohnehin schwächeren Lehrpersonen sanken zudem die Leistungen. Die Autoren deuten dies als Krücken-Effekt: Wer KI zur Entlastung statt zur Verbesserung einsetzt, riskiert flacheren Unterricht. Die Arbeit liegt als noch nicht begutachteter Entwurf vor.

Kritik & RisikenCH

Aargauer «erste KI-Schule der Schweiz» weckt Datenschutz- und Pädagogikkritik

Die Kreisschule Mutschellen im Aargau will sich nach den Sommerferien mit der Software des Anbieters Pro Scola zur «ersten KI-Schule der Schweiz» machen: Rund achtzig Lehrpersonen sollen damit Lernpfade, Arbeitsblätter und Bewertungen generieren, während das System umfassende Profile ganzer Klassen und einzelner Schülerinnen und Schüler erstellt – bis hin zu Stärken-Schwächen-Analysen, Berufsfeldvorschlägen und automatisch verfassten Motivationsschreiben. Fachpersonen wie der Zürcher Erziehungsphilosoph Roland Reichenbach und die EPFL-Forscherin Tanja Käser warnen vor einem «gläsernen Schüler» und einem «Feldversuch, den niemand richtig versteht», bei dem permanente Vermessung das kindliche Entwicklungsumfeld gefährden könne.

ToolsWelt

Claude for Teachers: KI-Konzerne ringen um das Klassenzimmer

Anthropic hat am 14. Juli «Claude for Teachers» lanciert — kostenlos für verifizierte Lehrpersonen in den USA, mit hinterlegten Bildungsstandards aller 50 Bundesstaaten, Unterstützung bei Unterrichtsplanung und Auswertung von Leistungsdaten. Der Detroit Public Schools Community District startet im kommenden Schuljahr einen Pilotversuch, der Auswirkungen auf Wohlbefinden und Praxis der Lehrpersonen untersucht. Damit konkurrieren nun Anthropic, OpenAI (ChatGPT for Teachers seit November, gratis bis 2028), Google und Khan Academy um dieselbe Zielgruppe; laut Education Week nutzten 2025 bereits 61 Prozent der befragten US-Lehrpersonen KI, nach 32 Prozent im Vorjahr.

BildungspolitikEU

Österreich macht KI zur «vierten Kulturtechnik» im Lehrplan

Bildungsminister Christoph Wiederkehr und Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll haben einen neuen AHS-Oberstufen-Lehrplan «Informatik und Künstliche Intelligenz» präsentiert, der KI-Kompetenz neben Lesen, Schreiben und Rechnen als Grundfertigkeit verankert. Der Informatikunterricht wird auf drei Wochenstunden ausgebaut und um Algorithmen, Programmierung, Privatsphäre und Cybersecurity erweitert; Grundlage ist ein an der Universität für Weiterbildung Krems entwickeltes KI-Basiscurriculum mit sieben Lernfeldern. Die neuen Pläne treten gestaffelt ab dem 1. September 2027 (fünfte Klassen) bis 2030 in Kraft.

ForschungWelt

US-Studie: Schulen delegieren KI-Regeln an einzelne Lehrpersonen

Eine im Juli 2026 veröffentlichte Analyse von 122 Schulbezirken in 38 US-Bundesstaaten ordnet deren KI-Richtlinien auf einer fünfstufigen Skala ein. Fast die Hälfte (44,3 Prozent) landet auf Stufe 3 – KI ist erlaubt, aber nur wenn die einzelne Lehrperson es sagt; nur 3,3 Prozent fördern KI-Kompetenz aktiv, während ein Viertel restriktiv bis verbietend bleibt. Die meisten Regelwerke seien als Verhaltensvorgaben für Lernende formuliert, nicht als institutionelle Strategie; das Feld «wartet, beobachtet und verwaltet Unsicherheit», statt souverän zu führen.

BildungspolitikWelt

Illinois: 400-seitiger KI-Leitfaden für Schulen — mitgeschrieben von KI

Die Bildungsbehörde des US-Bundesstaats Illinois (ISBE) hat am 9. Juli einen rund 400-seitigen Leitfaden zum KI-Einsatz an Schulen veröffentlicht. Er ruht auf vier Grundsätzen — der Vorrang menschlicher Beziehung im Unterricht, der Bildungsauftrag der Schule, KI als Werkzeug statt Ersatz und lokal auszuhandelnde Regeln — und propagiert einen «informierten Gebrauch»: Lehrpersonen sollen nicht nur fragen, ob KI eine Aufgabe erledigen kann, sondern ob ihr Einsatz dem Zweck von Schule dient. Die Behörde legt zugleich offen, dass ChatGPT, Claude und Gemini bei frühen Entwürfen des Dokuments halfen — Menschen schrieben, die Chatbots prüften Verständlichkeit und Quellen, Menschen verifizierten. Illinois ist damit ein Nachzügler: 34 Bundesstaaten hatten zuvor bereits Leitlinien.

ForschungWelt

Globale Umfrage: 88 Prozent der Studierenden nutzen KI — und trauen ihren Dozierenden nicht

Der Digital Education Council hat mit 45 398 Antworten aus 35 Ländern (27 284 Studierende, 18 114 Lehrende) eine der grössten Erhebungen zu KI in der Hochschulbildung vorgelegt. 88 Prozent der Studierenden und 77 Prozent der Lehrenden nutzen KI, doch nur 29 Prozent der Studierenden halten ihre Dozierenden für fähig, den Umgang damit anzuleiten, und lediglich 28 Prozent finden, ihre Prüfungen bildeten die im KI-Arbeitsmarkt nötigen Fähigkeiten ab. 66 Prozent fürchten global, KI untergrabe ihr kritisches Denken (81 Prozent in den USA und Kanada); in Nordamerika sank zugleich die Absicht der Lehrenden, KI einzusetzen, von 76 auf 67 Prozent.

BildungspolitikEU

England: Neue Schutzrichtlinie KCSIE 2026 nimmt KI-Deepfakes und Handynutzung ins Visier

Das englische Bildungsministerium (Department for Education) hat am 7. Juli die aktualisierte Fassung von «Keeping Children Safe in Education» (KCSIE 2026) veröffentlicht, die ab dem 1. September für alle Schulen gilt. Neu fallen ausdrücklich auch «digital veränderte oder vollständig mit KI erzeugte Bilder» unter das Erstellen und Teilen von Nacktaufnahmen — womit sogenannte Deepfakes und «Deep Nudes» erstmals klar im Schutzkonzept adressiert sind. Schulen müssen zudem die separate Leitlinie «Generative AI: product safety expectations» zu Filterung, Monitoring und Datenschutz von KI-Werkzeugen berücksichtigen und ihre Filter- und Überwachungssysteme jährlich überprüfen. Ergänzend gilt neu ein handyfreier Schultag als Standard.

BildungspolitikWelt

Kalifornien veröffentlicht Modellrichtlinie für KI an Schulen

Das kalifornische Bildungsdepartement (CDE) hat im Juli — angestossen durch das Gesetz SB 1288 — eine Modellrichtlinie zum KI-Einsatz an Schulen publiziert. Sie ist ausdrücklich unverbindlich und als anpassbare Vorlage für Schulbezirke gedacht. Inhaltlich setzt sie klare Leitplanken: KI-Detektionssoftware darf nicht alleinige Grundlage für Disziplinarmassnahmen oder Notenabzüge sein, jeder KI-Einsatz zum Benoten oder für Feedback erfordert Transparenz und Einwilligung, sämtliche Werkzeuge müssen vom Schulträger freigegeben und datenschutzkonform sein, und KI-Kompetenz wird als Kernkompetenz verankert. Eltern erhalten Einsichts- und Prüfrechte.

BildungspolitikEU

EU AI Act: Ab 2. August 2026 gelten die Hochrisiko-Pflichten für Bildungs-KI

Am 2. August 2026 wird der EU AI Act in weiten Teilen anwendbar – darunter die strengen Vorgaben für sogenannte Hochrisiko-Systeme. Anhang III der Verordnung stuft zahlreiche KI-Anwendungen im Bildungsbereich explizit als hochriskant ein: Systeme, die über den Zugang zu Bildungseinrichtungen entscheiden, Lernergebnisse und Prüfungen bewerten, Lernende bestimmten Bildungswegen zuweisen oder das Verhalten während Prüfungen überwachen. Anbieter und Betreiber solcher Systeme müssen dann unter anderem Konformitätsbewertungen, menschliche Aufsicht, Tests auf Verzerrungen, eine lückenlose Protokollierung und die Registrierung in einer EU-Datenbank sicherstellen.

DebatteCH

KV-Abschluss 2026: Streit um die Rolle der KI in den neuen digitalen Prüfungen

Im Juni 2026 haben rund 10'000 angehende Kaufleute EFZ an über 90 Schulen erstmals die schweizweit digitalen, kompetenzorientierten schulischen Abschlussprüfungen der KV-Reform 2023 abgelegt – in Teilen mit erlaubtem KI-Einsatz. Kritiker, darunter Mitte-Nationalrat Nicolò Paganini, monieren, es werde zu wenig konkretes Fachwissen geprüft und die KI spiele eine zu grosse Rolle; ein Fähigkeitszeugnis zeige dann eher, wer geschickt mit Tools umgehe, als wer den Beruf beherrsche. Der Kaufmännische Verband und das SBFI halten dagegen, die Anforderungen seien nicht gesenkt, sondern an die digitalisierte Arbeitswelt angepasst worden, in der KI-Anwendungen zum Berufsalltag gehörten.

BildungspolitikEU

Wissenschaftsrat: «Kritisches Denken lässt sich nicht an eine KI delegieren»

Der deutsche Wissenschaftsrat hat am 3. Juli Empfehlungen zur Hochschulbildung in Zeiten generativer KI verabschiedet und stellt ihnen den Leitbegriff «intellektuelle Souveränität» voran: die Fähigkeit, autonom zu denken und Entscheidungen selbst argumentativ zu begründen. Konkret empfiehlt das Gremium, KI-Kompetenzen systematisch aufzubauen, zugleich aber bewusst «KI-freie Räume» zu schützen, in denen eigenständiges Lesen, Schreiben und Denken eingeübt wird, und Prüfungen stärker auf mündliche Anteile, Verteidigungen und Prozessdokumentationen auszurichten. KI-Detektoren lehnt der Rat ausdrücklich ab — ein technologisches Wettrüsten beschädige das Vertrauen zwischen Lehrenden und Studierenden.

PraxisWelt

AILit-Framework: Vier Bereiche, neunzehn KI-Kompetenzen für die Schule

OECD und Europäische Kommission haben mit dem AILit-Framework einen Kompetenzrahmen für KI-Bildung vorgelegt, den der Think Tank Medien und Informatik der PHBern für den Schweizer Schulkontext aufbereitet. Das Modell gliedert 19 Kompetenzen in vier Bereiche: KI bewusst nutzen, kreativ einsetzen, gezielt delegieren und aktiv mitgestalten. Ethische Fragen wie Fairness, Verzerrung und Datenschutz sind quer durch alle Bereiche integriert statt isoliert behandelt.

BildungspolitikWelt

Ohio verpflichtet ab 1. Juli 2026 jede Schule zu einer eigenen KI-Richtlinie

Seit dem 1. Juli 2026 müssen in Ohio alle öffentlichen Schulbezirke, Charter- und STEM-Schulen eine formelle Richtlinie zum Einsatz künstlicher Intelligenz beschlossen haben – so schreibt es das Haushaltsgesetz House Bill 96 vor. Schulen können das Modell des Bildungsdepartements (ODEW) unverändert übernehmen oder eine eigene Fassung entwickeln; abgedeckt werden müssen unter anderem zulässige Nutzung, Datenschutz, Anbieterprüfung und akademische Integrität. Damit ist Ohio nach eigener Darstellung der erste US-Bundesstaat, der KI-Governance an Schulen von einer Empfehlung in eine gesetzliche Pflicht überführt.

Juni 202610 Beiträge
DebatteCH

Educa: Neues Dossier stellt digitale Selbstbestimmung ins Zentrum der EdTech-Debatte

Die Fachagentur Educa hat am 30. Juni 2026 unter dem Titel «Schule – Mensch – EdTech: Der Mensch im Fokus» ein neues Dossier lanciert. Es warnt vor einem Ungleichgewicht: Lernende und Lehrpersonen produzieren in smarten Lernplattformen laufend Daten, haben aber kaum Kontrolle darüber, was damit geschieht. Educa fordert, dass beide die Systeme verstehen, die sie nutzen, und dass Menschen nicht anhand von Daten und Algorithmen in vorurteilsbehaftete Raster gedrängt werden – Voraussetzung dafür sei eine digital souveräne Schule als Institution.

BildungspolitikCH

Educa: Von den NFP-77-Grundsätzen zu konkreten Schritten

Educa übersetzt die Befunde des Nationalen Forschungsprogramms 77 in sechs Handlungsfelder für die digitale Transformation im Bildungswesen: systemische Kooperation, inklusive Gestaltung, pädagogisch begründete Innovation, ethische Werte, Datenzugang und Anpassungsfähigkeit. Der Beitrag verknüpft die Forschungsergebnisse mit Educas laufenden Arbeiten an Datennutzungspolitik und Kriterienkatalog für Bildungsökosysteme.

ForschungEU

Deutsches Schulbarometer: Jede zweite Lehrkraft nutzt KI — meist für sich, kaum im Unterricht

Das Deutsche Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung zeigt, dass sich der Anteil der Lehrkräfte, die KI-Werkzeuge wie ChatGPT regelmässig beruflich nutzen, innert eines Jahres von rund einem Drittel auf 52 Prozent fast verdoppelt hat. Eingesetzt wird KI dabei vor allem für die Vorbereitung — 64 Prozent für das Erstellen von Aufgaben, 58 Prozent für die Unterrichtsplanung, 33 Prozent für Kommunikation — während der direkte Einsatz im Klassenzimmer und zur Lernbegleitung deutlich zurückbleibt. Rund die Hälfte fühlt sich im Umgang weiterhin unsicher; zugleich befürchten viele negative Folgen für kritisches Denken (67 Prozent), soziale Fähigkeiten (67 Prozent) und Schreibkompetenz (57 Prozent).

ForschungCH

Was Lernende von einer Schul-KI erwarten: Denkhilfe statt Denkersatz

Der Think Tank Medien und Informatik der PHBern stellt eine im Mai 2026 in «Frontiers in Education» erschienene Studie vor, die 841 offene Antworten von Schülerinnen und Schülern aus mehreren europäischen Ländern auswertet. Das Team um Cathérine Conradty und Franz Xaver Bogner (Universität Bayreuth) findet drei erwünschte Rollen einer KI: Tutor (erklären), Coach (personalisieren) und Companion (emotional begleiten). Übergreifend zeigt sich: Die Jugendlichen wünschen sich Unterstützung beim Denken, lehnen fertige Lösungen aber mehrheitlich ab und ziehen selbst eine Grenze zwischen sinnvoller Hilfe und unerwünschter Aufgabenübernahme.

ToolsWelt

Google stellt an der ISTE 2026 neue KI-Werkzeuge für Schulen vor

An der Bildungstechnologie-Konferenz ISTELive 2026 hat Google eine Reihe neuer KI-Funktionen für den Unterricht angekündigt. Dazu gehören eine Classroom-Integration in Gemini, mit der Lehrpersonen Routineaufgaben im Kontext ihrer Klasse erledigen können, lehrkraftgesteuerte KI-Aktivitäten sowie «Study Notebooks», die personalisierte Lektionen und Quizze für Lernende erstellen. Für Chromebooks sollen neue Funktionen Schülerinnen und Schüler bei Aufgaben fokussieren und digitale Ablenkungen reduzieren.

ForschungWelt

Microsoft-Report: KI im Bildungsalltag angekommen – Schulung bleibt die grosse Lücke

Microsoft hat die dritte Ausgabe seines jährlichen «AI in Education»-Reports veröffentlicht. Laut der Befragung von 3'345 Lernenden, Lehrpersonen und Schulleitungen in sechs Ländern (USA, UK, Australien, Brasilien, Japan, Saudi-Arabien) haben 92 Prozent der Lernenden und 88 Prozent der Lehrpersonen KI bereits für schulische Zwecke genutzt – doch 77 Prozent der Schülerinnen und 53 Prozent der Lehrpersonen haben nie eine formale KI-Schulung erhalten. Akademische Integrität bleibt für beide Gruppen die grösste Sorge.

ForschungEU

Neuerscheinung: «Künstliche Intelligenz im Schulunterricht» – Praxisbuch für Lehrkräfte

Marco und Sandra Barenkamp haben mit «Künstliche Intelligenz im Schulunterricht. Neue Kompetenzen für Lehrkräfte in einer digitalen Welt» (Springer VS, 2026, Print-ISBN 978-3-658-50908-8) eine deutschsprachige Monografie für Lehrpersonen vorgelegt. In neun Kapiteln führt das Buch praxisnah durch konkrete Anwendungsfelder – Unterrichtsgestaltung, Leistungsbewertung, Schulorganisation und KI-gestützte Lehrerfortbildung – und liefert dazu die ethischen, gesellschaftlichen und technischen Grundlagen, um die Funktionsweise von KI-Modellen zu verstehen. Die vorgestellten Methoden sind wissenschaftlich grundiert, unter anderem mit Bezug auf John Hatties «Visible Learning», aber so aufbereitet, dass sie ohne informatische Vorkenntnisse anwendbar sind.

BildungspolitikEU

Bayern verankert KI-Einsatz an Hochschulen gesetzlich – und verbietet pauschale KI-Verbote

Der bayerische Ministerrat hat am 23. Juni 2026 eine Änderung des Bayerischen Hochschulinnovationsgesetzes (BayHIG) beschlossen, die den Einsatz künstlicher Intelligenz in Studium und Lehre rechtlich verankert. Hochschulen dürfen die KI-Nutzung grundsätzlich nicht mehr pauschal verbieten, sollen sie aber – etwa bei unbeaufsichtigten Prüfungen – in ihren Prüfungsordnungen mit einer Kennzeichnungspflicht verbinden. Zugleich wird die Weiterentwicklung der künstlichen Intelligenz ausdrücklich als Aufgabe der Hochschulen definiert.

ForschungEU

Deutsches Schulbarometer 2026: KI-Nutzung unter Lehrkräften steigt rasant

Die Robert Bosch Stiftung hat am 23. Juni 2026 die neue Ausgabe des Deutschen Schulbarometers veröffentlicht – eine repräsentative forsa-Befragung von 1'547 Lehrkräften an allgemein- und berufsbildenden Schulen, durchgeführt zwischen 11. November und 2. Dezember 2025. Der Anteil der Lehrkräfte, die KI-Tools nie nutzen, sank binnen eines Jahres von rund 31 Prozent (Ende 2024) auf 10 Prozent; der Anteil jener, die KI mehrmals pro Woche einsetzen, verdoppelte sich von 9 auf 19 Prozent. Am häufigsten dient KI dem Erstellen von Unterrichtsaufgaben (64 Prozent) und der Unterstützung bei der Unterrichtsplanung (58 Prozent).

DebatteCH

Schweizer Hochschulen: Kaum belegte KI-Täuschungen — und eine grosse Dunkelziffer

Eine SRF-Recherche zeigt, dass Schweizer Hochschulen nur wenige Fälle unerlaubter KI-Nutzung offiziell erfassen: Die PH Luzern zählte seit Anfang 2023 27 Arbeiten, die ZHAW 17 Fälle in zwei Jahren, die ETH bestätigt einen tiefen einstelligen Bereich pro Jahr. Weil kaum eine Institution KI-Nutzung zuverlässig nachweisen kann, dürfte die tatsächliche Dunkelziffer weit höher liegen. Die Berner Fachhochschule führt bewusst keine separate Statistik und behandelt den Umgang mit KI nicht als Betrugs-, sondern als Kompetenzfrage; generell erlauben die Hochschulen KI-Werkzeuge, verlangen aber Transparenz über deren Einsatz.

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